Arbeitsschutz-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

In Deutschland regelt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in der Fassung von 1996 die Verwendung von Schutzausrüstung in verschiedenen Berufsfeldern. Laut Gesetz sind Arbeitgeber verpflichtet, den Schutz ihrer Angestellten sicherzustellen und ihre Gesundheit zu fördern. Falls am Arbeitsplatz klar definierte Gefahrenlagen bestehen, muss der Arbeitgeber seinen Angestellten eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) kostenlos zur Verfügung stellen. Beispiele für eine notwendige Ausrüstung an verschiedenen Arbeitsplätzen sind • ein Helm zum Schutz vor herabfallenden Teilen oder niedrigen Decken, • ein Gehörschutz zum Abschirmen gegen Lärm, der die Ohren auf Dauer irreversibel schädigen könnte, sowie • eine Schutzbrille als Sicherheit vor dem Eindringen von Fremdkörpern bei spanenden Arbeiten oder auch als Schutz vor Zugluft. Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe schützen Füße und Zehen vor Quetschungen. Eine verstärkte Sohle beugt Nageldurchtritten vor. Außerdem verringert eine stabilisierte Knöchelpartie die Verletzungsgefahr in ebendiesem Bereich. Die Mindestbeständigkeit behütet den Fuß schließlich vor dem Ausrutschen sowie dem Eintritt von Nässe, Hitze, Säuren und anderen Chemikalien. In bestimmten Branchen wie der Logistik müssen die Schuhe auch Einflüssen wie einem Überrollen durch Fahrzeuge wie LKW oder Gabelstaplern standhalten. Für Personen, die im Forstbereich oder als Baumfäller tätig sind, ist zusätzlich ein Schnittschutz vorgeschrieben (PSA Forst). Bei Arbeiten mit Kettensäge oder Motorsense sollen etwa Schnittschutzhosen vor Verletzungen im Beinbereich schützen. Am gefährdetsten ist der vordere Beinbereich vom Knöchel bis zur Hüfte. Daher ist in diesem Abschnitt zwischen der äußeren und inneren Hosenschicht eine weitere Lage aus lose verwebten, sehr langen, feinen und reißfesten Fäden eingearbeitet. Bei einem Unfall durchtrennt die Kette die obere Hosenschicht und nimmt die Spezialfäden auf. Diese wickeln sich um das Antriebsrad der Kettensäge und blockieren sie in Sekundenbruchteilen. Einen vollkommenen Schutz können die Hosen nicht bieten: Leichte Verletzungen sind noch immer möglich, schwerste Verletzungen wie Einschnitte der Arterien oder Amputationen können sie jedoch verhindern. Neben den normalen Ausführungen gibt es auch Mikrofaser-Modelle, die leichter sind, was sich positiv auf den Tragekomfort auswirkt. Diese Machart ist aber anfälliger für Beschädigungen, etwa durch Dornen oder Stacheldraht. Um die Sicherheit bei Forst- und Waldarbeiten zu erhöhen, sind neben einer Schnittschutzhose auch ein Schnittschutzoberteil sowie Schnittschutzschuhe ratsam, die den Torso beziehungsweise die Füße vor Verletzungen schützen. In Gefahrenbereichen müssen Arbeitende sowohl bei Tag als auch bei Nacht rechtzeitig wahrgenommen werden. Daher ist in vielen Bereichen Warnkleidung vorgeschrieben, die in grellen Neonfarben, zumeist Gelb oder Rot, gehalten ist und Licht reflektiert. Das Prinzip kennen die meisten von der Warnweste im Auto. Ferner ist solche reflektierende Kleidung etwa bei Straßenwärtern, Feuerwehrleuten und Flughafenpersonal vorgeschrieben. Spezielle Funktionskleidung schirmt Arbeitnehmer vor der Umgebung ab. In OP-Sälen oder Reinräumen schützt sie beispielsweise vor einer Kontamination durch menschliche Zellen oder Fasern. Kontaminationskleidung kommt unter anderem bei der Arbeit mit Chemikalien, bei Katastrophenschutzeinheiten sowie in Bereichen mit atomaren Stoffen, einschließlich Kernkraftwerken, zum Einsatz. Personen, die großen Temperaturen ausgesetzt sind, beispielsweise Feuerwehrleute oder Metallarbeiter an Hochöfen, benötigen besondere Kleidung, die vor Hitze und Verbrennungen schützt. Umgekehrt gibt es spezielle Bekleidung, die ihre Träger vor Kälte und Erfrierungen bewahrt. Denkbar ist der Bedarf in Kühllagern sowie in einer eisigen Umgebung, etwa für Forschende am Nordpol. Wassergefahren begegnet man am besten durch Wathosen, die den Kontakt mit Wasser verhindern. Rettungswesten und Tauchanzüge zählen ebenfalls zu dieser Kategorie Arbeitsschutz.

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